n8n lässt sich auf zwei Wegen betreiben: als fertiges Cloud-Abo direkt vom Hersteller oder selbst gehostet auf einem eigenen Server. Die kurze Antwort für Eilige: Die Cloud ist der schnellste und wartungsfreiste Einstieg, Selbst-Hosting gibt dir volle Datenkontrolle und wird bei wachsender Nutzung günstiger. Welche Variante passt, hängt an drei Fragen: Wer soll sich um den Betrieb kümmern? Wo müssen deine Daten liegen? Und wie viele Workflows laufen bei dir?

Die beiden Varianten in einem Satz

n8n Cloud ist das offizielle Abo auf n8n.io: Du legst einen Account an und baust nach wenigen Minuten den ersten Workflow. Updates, Backups und Verfügbarkeit sind das Problem des Herstellers.

Selbst-Hosting heißt: n8n läuft als Software auf einem Server, den du kontrollierst. Das kann ein kleiner Cloud-Server bei einem europäischen Anbieter wie Hetzner sein oder ein Server im eigenen Haus. Die Community-Version lässt sich im Rahmen der Fair-Code-Lizenz kostenlos betreiben, du zahlst nur den Server.

Was kostet n8n Cloud, was kostet Self-Hosting?

Die n8n Cloud startet bei rund 20 Euro im Monat im Einstiegstarif, abgerechnet nach Workflow-Ausführungen. Am Anfang reicht das fast immer. Wer viele Workflows mit hohen Ausführungszahlen betreibt, rutscht in größere Tarife, und dann wird der Abstand zum Selbst-Hosting spürbar.

Beim Selbst-Hosting zahlst du den Server: Ein kleiner Cloud-Server für n8n ist ab etwa 5 bis 10 Euro im Monat zu haben. Lizenzkosten pro Workflow oder Ausführung fallen nicht an. Erst wenn die Serverleistung nicht mehr ausreicht, wird ein größerer Server nötig. Dazu kommt die ehrliche Rechnung, die oft unterschlagen wird: Jemand muss die Instanz betreuen, also Updates einspielen und nachsehen, wenn etwas hakt. Das ist keine Vollzeitaufgabe, aber es ist auch nicht null. Wer das nicht selbst machen will, gibt es an einen Dienstleister ab.

Datenschutz und Datenkontrolle

Hier liegt der größte inhaltliche Unterschied. In der n8n Cloud laufen deine Workflow-Daten über die Infrastruktur des Herstellers. n8n ist ein deutsches Unternehmen und bietet EU-Hosting, was die DSGVO-Lage vereinfacht. EU-Hosting allein bedeutet aber noch keine DSGVO-Konformität: Die hängt genauso an den angebundenen Diensten und an der Konfiguration.

Beim Selbst-Hosting liegen die Workflow-Daten zunächst auf deinem Server und gehen nur dorthin, wohin ein Workflow sie bewusst schickt. In Branchen mit besonderen Vertraulichkeitspflichten ist das oft das entscheidende Argument, etwa in Kanzleien mit Mandatsgeheimnis oder Praxen mit Gesundheitsdaten. Auch Auftragsverarbeitungsverträge werden einfacher, wenn der Verarbeiter der eigene Server ist.

Die Unterscheidung zwischen dem Workflow-Tool und den angebundenen Diensten bleibt trotzdem zentral: Wenn dein Workflow Daten an ein KI-Modell in den USA schickt, hilft auch der Server im eigenen Keller nichts. Die Hosting-Frage ist nur ein Teil der Datenschutz-Betrachtung.

Wartung und Verlässlichkeit

Die Cloud gewinnt bei allem, was mit Betrieb zu tun hat: Updates kommen automatisch, Backups laufen, und wenn etwas ausfällt, kümmert sich der Hersteller.

Beim Selbst-Hosting bist du das Betriebsteam. Die Einrichtung selbst ist überschaubar: Wer Docker kennt, hat eine Instanz oft in 20 bis 30 Minuten am Laufen. Der eigentliche Aufwand kommt danach. Updates sollten regelmäßig eingespielt werden, besonders wenn sie Sicherheitslücken schließen, denn veraltete n8n-Instanzen mit bekannten Lücken sind ein leichtes Ziel. Dazu gehört ein Backup-Konzept, das weniger kompliziert ist, als es klingt: Ein Backup der Datenbank genügt meist, denn dort liegen Workflows, Credentials und Ausführungen. Und man sollte wissen, wen man anruft, wenn nachts ein Workflow stehen bleibt.

Funktionsumfang

In normalen Automatisierungen sind beide Varianten gleich mächtig: gleiche Nodes, gleiche Workflows, gleicher Editor. Unterschiede gibt es am Rand: Selbst-Hosting erlaubt eigene Community-Nodes und tiefe Systemzugriffe, während einige Funktionen wie SSO oder die erweiterte Benutzerverwaltung in beiden Welten Enterprise-Kunden vorbehalten sind.

Vergleich auf einen Blick

Kriteriumn8n CloudSelbst-Hosting
EinstiegMinuten, kein SetupServer-Setup nötig
Kosten Startab ca. 20 €/Monatab ca. 5–10 €/Monat Server
Kosten bei viel Nutzungsteigt mit Ausführungenbleibt beim Serverpreis
DatenkontrolleEU-Hosting beim Herstellervollständig bei dir
Wartungübernimmt der Herstellerdeine Aufgabe (oder Dienstleister)
Updatesautomatischmanuell, sicherheitsrelevant
Community-Nodeseingeschränktuneingeschränkt

Wann lohnt sich Self-Hosting?

Wenn du erst herausfinden willst, ob Automatisierung in deinem Unternehmen trägt, ist die n8n Cloud der richtige Weg: kein Betriebsaufwand, EU-Hosting, planbare Kosten. Wechseln kannst du später jederzeit. Workflows lassen sich exportieren und auf der eigenen Instanz importieren; nur die Credentials, also die hinterlegten Zugänge zu deinen Diensten, richtest du dort aus Sicherheitsgründen neu ein.

Selbst-Hosting empfehlen wir, wenn Vertraulichkeitspflichten es verlangen, wie in Kanzleien oder im Gesundheitsbereich, wenn die Ausführungszahlen die Cloud-Tarife sprengen, oder wenn ohnehin eigene Infrastruktur mit Betreuung existiert. In allen drei Fällen gehört zum Setup ein Update- und Backup-Konzept, sonst tauscht man Datenschutz gegen Sicherheitsrisiko.

Wir betreiben beides für Kunden: Cloud-Instanzen für den schnellen Start und selbst gehostete Instanzen dort, wo Datenkontrolle den Ausschlag gibt. Die meisten unserer Kunden starten in der Cloud und wechseln erst, wenn es einen konkreten Grund gibt. Deshalb lohnt sich vor dem Projekt ein kurzer Blick auf die Anforderungen, statt gleich die größte Lösung aufzubauen.